Das Wichtigste in Kürze
- Installieren Sie verfügbare FRITZ!OS-Sicherheitsupdates und prüfen Sie die automatische Update-Einstellung.
- Verwenden Sie unterschiedliche, einzigartige Kennwörter für Router-Anmeldung und WLAN.
- Nutzen Sie WPA3, wenn alle Geräte es unterstützen; andernfalls wählen Sie eine aktuelle WPA2/WPA3-Einstellung.
- Trennen Sie Gäste und unsichere Geräte vom privaten Heimnetz, wenn Ihr Modell diese Funktion anbietet.
- Deaktivieren Sie WPS und Fernzugriff, wenn Sie die jeweilige Funktion nicht benötigen.
1. FRITZ!OS aktuell halten
Updates schließen Sicherheitslücken und können Fehler beheben. Prüfen Sie in der Benutzeroberfläche unter System → Update, ob eine neue FRITZ!OS-Version verfügbar ist. Sehen Sie zusätzlich unter System → Update → Auto-Update nach, ob Sie über neue Versionen informiert werden und ob automatische Installationen aktiviert sind. Die Bezeichnungen können je nach FRITZ!OS-Version abweichen.
- Installieren Sie verfügbare Updates zeitnah und lassen Sie die FRITZ!Box während der Installation eingeschaltet.
- Prüfen Sie nach dem Neustart, ob Internet, Telefonie und wichtige Heimnetzgeräte wieder funktionieren.
- Fehlt das Update-Menü oder wird es vom Anbieter verwaltet, fragen Sie Ihren Internetanbieter nach dem Update-Prozess.
Die automatische Installation kann Internet- und Telefonverbindungen kurz unterbrechen. Wählen Sie – soweit die Oberfläche es anbietet – einen passenden Zeitpunkt und verzichten Sie nicht dauerhaft auf Sicherheitsupdates.
2. Router-Anmeldung und WLAN-Kennwort trennen
Die Router-Anmeldung schützt die Einstellungen Ihrer FRITZ!Box; das WLAN-Kennwort ermöglicht Geräten den Zugang zum Funknetz. Verwenden Sie dafür verschiedene, einzigartige Kennwörter. Ein geleaktes WLAN-Kennwort soll nicht zugleich den Zugang zur Benutzeroberfläche ermöglichen.
- Ändern Sie ein noch verwendetes Standard- oder mehrfach genutztes Kennwort.
- Wählen Sie ein langes, nicht erratbares Kennwort und speichern Sie es in einem vertrauenswürdigen Passwortmanager.
- Legen Sie für Personen oder Dienste eigene FRITZ!Box-Benutzer mit nur den nötigen Rechten an, sofern Ihr Modell das unterstützt.
- Teilen Sie Administrator-Zugangsdaten nicht mit Gästen oder ungenutzten Geräten.
3. WLAN mit aktueller Verschlüsselung schützen
Wählen Sie in den WLAN-Sicherheitseinstellungen WPA3-Personal, wenn die FRITZ!Box und alle wichtigen Geräte diesen Standard unterstützen. Bei älteren Geräten verwenden Sie die von AVM angebotene WPA2/WPA3-Übergangseinstellung oder WPA2 mit CCMP/AES, sofern verfügbar. WEP und ein offenes privates WLAN sollten Sie vermeiden.
- Verwenden Sie für das WLAN ein langes, einzigartiges Kennwort, das nicht mit dem Router-Login übereinstimmt.
- Der WLAN-Name (SSID) muss nicht geheim sein. Ein versteckter Name ersetzt weder Verschlüsselung noch ein starkes Kennwort.
- Ein neutraler Netzwerkname verrät keine persönlichen Angaben wie Namen, Adresse oder genaue Router-Identität.
- Falls ältere Geräte die sichere Einstellung nicht unterstützen, verbinden Sie diese nach Möglichkeit mit einem getrennten Gastnetz, statt die Sicherheit des gesamten Heimnetzes abzusenken.
4. Gäste und unsichere Geräte ins Gastnetz
Ein Gastzugang ist für Besucherinnen und Besucher sowie Geräte sinnvoll, die nicht auf private Computer oder Netzwerkspeicher zugreifen müssen. Aktivieren Sie ihn in der Benutzeroberfläche unter WLAN → Gastzugang, falls diese Option für Ihr Modell und Ihren Anschluss verfügbar ist.
- Wählen Sie die Einstellung für einen privaten Gastzugang und legen Sie ein eigenes Kennwort fest.
- Lassen Sie den Zugriff auf das Heimnetz gesperrt und erlauben Sie nur den Internetzugang.
- Deaktivieren Sie den Gastzugang oder verwenden Sie eine automatische Abschaltung, wenn Besucher ihn nicht mehr benötigen.
- Prüfen Sie die Einstellungen für Geräte wie ältere Smart-Home-Produkte einzeln: Manche Funktionen benötigen lokalen Zugriff auf andere Geräte.
Menünamen und Gastnetz-Funktionen unterscheiden sich nach FRITZ!Box, FRITZ!OS und Anschlussart. Die AVM-Anleitung unten zeigt die Einrichtung für ein Beispielmodell.
5. WPS nur bei Bedarf verwenden
WPS kann ein Gerät verbinden, ohne dass Sie das WLAN-Kennwort eintippen müssen. Lassen Sie WPS nicht dauerhaft eingeschaltet, wenn Sie es nicht verwenden. Falls die Einrichtung eines Geräts WPS erfordert, nutzen Sie es nur für diesen Vorgang und deaktivieren Sie es anschließend wieder, soweit Ihre FRITZ!Box diese Einstellung anbietet. Nutzen Sie kein WPS-PIN-Verfahren, wenn es nicht erforderlich ist.
„WPS nur vorübergehend aktivieren – nach dem Koppeln wieder ausschalten.“
6. Fernzugriff und Portfreigaben begrenzen
Deaktivieren Sie die Erreichbarkeit der FRITZ!Box aus dem Internet, wenn Sie sie nicht benötigen. Verwechseln Sie den Fernzugriff auf die Router-Oberfläche nicht mit einem VPN-Zugang in Ihr Heimnetz: Öffnen Sie nur die Dienste, die Sie tatsächlich brauchen, und entfernen Sie nicht mehr benötigte Portfreigaben.
- Falls Sie die Benutzeroberfläche aus der Ferne benötigen, verwenden Sie ausschließlich den von AVM vorgesehenen verschlüsselten HTTPS-Zugriff.
- Verwenden Sie dafür einen eigenen FRITZ!Box-Benutzer mit möglichst wenigen Rechten und einem einzigartigen Kennwort.
- Für den Zugriff auf Geräte im Heimnetz ist ein VPN – sofern von FRITZ!Box und FRITZ!OS unterstützt – meist die passendere Lösung als eine öffentlich erreichbare Verwaltungsoberfläche.
- Prüfen Sie regelmäßig Portfreigaben und Fernzugriffs-Einstellungen und löschen Sie Einträge, die Sie nicht zuordnen können.
Die Verfügbarkeit von HTTPS-Fernzugriff und VPN hängt unter anderem von Modell, FRITZ!OS und Internetanschluss ab. AVM weist für seinen Internetzugriff auf eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung hin; richten Sie ihn nur bewusst und mit passenden Zugangsdaten ein.
7. Verbundene Geräte und Einstellungen prüfen
Sehen Sie regelmäßig in der Heimnetz- oder WLAN-Geräteübersicht nach, welche Geräte verbunden sind. Prüfen Sie unbekannte Einträge, aktive Gastzugänge, neu angelegte FRITZ!Box-Benutzer, DNS-Einstellungen und Portfreigaben. Ein Gerätename ist kein sicherer Identitätsnachweis; vergleichen Sie bei Unklarheiten die bekannten Geräte im Haushalt und ihre Verbindungszeiten.
Wenn Einstellungen unerwartet verändert wurden
- Nutzen Sie für die Prüfung ein Gerät, dem Sie vertrauen, und ändern Sie zuerst das Kennwort der FRITZ!Box-Benutzeroberfläche.
- Entfernen Sie unbekannte Benutzer, Fernzugriffe und Portfreigaben. Ändern Sie bei Bedarf auch das WLAN-Kennwort und verbinden Sie nur bekannte Geräte neu.
- Installieren Sie die verfügbare FRITZ!OS-Version und prüfen Sie die Zugangsdaten Ihres Internetanbieters sowie die DNS-Einstellungen.
- Wenn Sie den Zugriff auf die Benutzeroberfläche verloren haben oder Änderungen wiederkehren, wenden Sie sich an AVM oder Ihren Internetanbieter. Setzen Sie die FRITZ!Box erst dann zurück, wenn Sie wissen, wie Sie sie sicher neu einrichten.
Geben Sie in Support-Anfragen niemals Router-Kennwörter, WLAN-Schlüssel oder Wiederherstellungscodes weiter.
Unterschiede zwischen FRITZ!Box-Modellen beachten
Die Sicherheitsgrundsätze gelten unabhängig vom Anschluss. Menüs und verfügbare Funktionen können sich aber unterscheiden. Die FRITZ!Box 7690, FRITZ!Box 6670 Cable und FRITZ!Box 5690 Pro sind Beispiele aus AVMs Wi-Fi-7-Produktfamilie; sie unterscheiden sich unter anderem bei DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschlüssen. Prüfen Sie für Ihr konkretes Gerät das aktuelle Handbuch und die AVM-Hilfe, statt Menüpfade oder Funktionen eines anderen Modells ungeprüft zu übernehmen.
Kurze Sicherheits-Checkliste
- FRITZ!OS ist aktuell; automatische Updates oder Benachrichtigungen sind geprüft.
- Router-Anmeldung und WLAN haben unterschiedliche, einzigartige Kennwörter.
- WPA3 oder eine aktuelle WPA2/WPA3-Einstellung ist aktiv; WEP ist nicht ausgewählt.
- Gäste und bei Bedarf ältere Geräte nutzen ein getrenntes Gastnetz.
- WPS, Fernzugriff und Portfreigaben sind nur aktiv, wenn sie gebraucht werden.
- Unbekannte Geräte und Benutzer werden geprüft, nicht einfach als vertraut markiert.
Häufige Fragen
Gilt diese Checkliste für jede FRITZ!Box?
Die Sicherheitsprinzipien gelten modellübergreifend. Verfügbare Funktionen und Bezeichnungen können je nach Modell, FRITZ!OS und Internetanbieter abweichen. Orientieren Sie sich bei den konkreten Menüpunkten an der aktuellen AVM-Hilfe für Ihr Gerät.
Ist WPA3 zwingend nötig?
WPA3-Personal ist die bevorzugte Wahl, wenn Ihre FRITZ!Box und alle Geräte es unterstützen. Andernfalls wählen Sie den vorgesehenen WPA2/WPA3-Übergangsmodus oder WPA2 mit CCMP/AES, sofern verfügbar. WEP und offene private WLANs sollten Sie vermeiden.
Reicht es, den WLAN-Namen zu verstecken?
Nein. Ein versteckter WLAN-Name ersetzt weder aktuelle Verschlüsselung noch ein langes, einzigartiges WLAN-Kennwort. Nutzen Sie eine aktuelle Verschlüsselung und ein starkes, individuelles Kennwort.
Dürfen Router-Anmeldung und WLAN-Schlüssel gleich sein?
Nein. Verwenden Sie verschiedene, einzigartige Kennwörter: eines für die Benutzeroberfläche und eines für das WLAN. Teilen Sie das WLAN-Kennwort nur mit Personen, die Zugang benötigen; Gäste sollten das getrennte Gastnetz nutzen.
Muss ich den HTTPS-Fernzugriff vollständig ausschalten?
Wenn Sie ihn nicht benötigen, schalten Sie den Fernzugriff aus. Wenn er erforderlich ist, verwenden Sie HTTPS, einen eigenen Nutzer mit möglichst wenigen Rechten und ein starkes Kennwort. Öffnen Sie nur notwendige Dienste; für den Zugriff auf das Heimnetz ist ein VPN oft die bessere Wahl.
Offizielle AVM-Quellen
- AVM: Automatische FRITZ!OS-Updates und Sicherheit
- AVM-Hilfe: WLAN-Gastzugang einrichten (Beispielmodell)
- AVM-Hilfe: Verschlüsselter HTTPS-Zugriff aus dem Internet (Beispielmodell)
- AVM-Datenblatt: FRITZ!Box 7690 mit Wi-Fi 7 (PDF)
- AVM-Handbuch: FRITZ!Box 6670 Cable (PDF)
- AVM-Datenblatt: FRITZ!Box 5690 Pro mit Wi-Fi 7 (PDF)